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Posted in foto für zwischendurch, Unikram by fritz on 30. August 2012

Kostüm: Marika Moritz
Model: Claire Weiss

Die Inka-Prinzessin in rot
Für eine befreundete Kostümdesign-Studentin habe ich ihre Semesterarbeit fotografiert. Inszenierte Bilder oder Mode sind sonst eher nichts für mich, aber es war eine gute Abwechslung und Herausforderung. Es war im August auch das einzige Shooting, da ich andersweitig in ein Projekt eingebunden war. Tatsächlich habe ich von diesem Sommer nicht viel mitbekommen. Ich bin weder verreist, noch habe ich die Sonne gesehen, da ich die letzten Wochen nur drinnen saß und über dem Rechner hing. Sobald das Projekt veröffentlicht ist, werde ich mehr dazu erzählen.

Die Geschichte hinter dem Kostüm, laut der Schneiderin, handelt von der Inka-Prinzessin Manouka. Sie ist nicht für harte Arbeit geboren, sondern lebt in einem goldenen Käfig. Das vermeintlich sperrige Kleid soll das zeigen: eingeschränkte, gesellschaftliche Freiheit durch geringe Bewegungsfreiheit.
Manouka wäre aber viel lieber eine Kriegerin und stiehlt sich daher heimlich aus dem Palast, um die tapferen Soldaten und Jäger zu beobachten.

Die Fotos sollten die Geschichte transportieren, und gleichzeitig das Kostüm in seiner Gesamtheit und in Details präsentieren, damit die formale Kriterien getroffen werden. Die Ästhetik der Serie war definiert von seiner Funktion.

Über die Gedanken hinter den 300 Stunden Arbeit, die im Kostüm stecken, lasse ich mal die Schneiderin Marika Moritz erzählen:

Das Kleid besteht aus dem Sonnenkranzhut, dem Kragen, einem Lendenschurz bis zum Boden und „Hips“ mit Flechten am Saum.
Klare, glatte Formen mit organischen Oberflächen. Ich habe neben dem Baumwollstoff auch andere Materialien verwendet, wie Draht, lufttrocknende Modelliermasse, Pappmaché und Schläuche.

Das Kleid scheint auf den ersten Blick sperrig und geschlossen. Auf den zweiten erkennt man jedoch, dass der Rock luftiger ist, als er aussieht. Lappen und Hips sind nicht miteinander verbunden und erlauben Beinfreiheit. Die Schläuche in den Hips können sich zusammenziehen, wie eine Ziehharmonika, und erlauben Manouka eine bessere Bewegung. Im Kleid gibt es so die Verknüpfung: Prinzessin – Kriegerin.

Alle im Semester hatten den gleichen, roten Farbton, aus dem selben Stoff. Spaßeshalber habe ich den mit Photoshop mal rausgenommen.

Motive, Posen, Location und Hintergrund waren alle von der Schneiderin vorgegeben. Ich musste mich nur darum kümmern, aus den Wünschen gute Bilder zu bauen. Nach zwei Semestern bin ich da inzwischen entspannt. Es gibt einfach gewisse Regeln, die einen guten Bildaufbau definieren. Hält man sich daran, kann man nicht viel falsch machen. Nach dem ersten Jahr an der Uni geht das meiste schon instinktiv von der Hand. Durch die intensive Auseinandersetzung geht es direkt in Fleisch und Blut über.

Die Kunst ist dann, was man mit diesem Handwerk macht. Welche Bilder und Geschichten man erzählt. Wann, welche Technik, welche Ästhetik dazu dient, eine Geschichte besser oder anders zu erzählen.
Dafür sind dann die restlichen Semester.

Die Vorgaben fürs Kostüm waren echt eng. So sollte zum Beispiel unter dem Kleid ein Badeanzug sein. Warum auch nicht.

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