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Historisch bedeutender Haarklumpen

Posted in schon merkwürdig by fritz on 29. Oktober 2009

In Japan wurde ein ca. 1900 Jahre alter Haarklumpen entdeckt. Was macht man am Besten damit?

Richtig.

Ihn öffentlich ausstellen:

haar
Quelle: Japantimes

Japan’s oldest hair find displayed

SAGA (Kyodo) What is believed to be the oldest hair ever discovered in Japan has been put on display in an exhibition in Saga Prefecture until Nov. 23.

The tuft, discovered in 1968 in an ancient tomb in Yoshinogari, Saga Prefecture, is believed to be that of a man who lived in the Yayoi Period around the late first century.

According to Chuhei Takashima, president of Saga Women’s Junior College, the hair is part of an ancient hairdo called „mizura,“ a bunch of hair that is wrapped round and hangs beside the ears.

The hair is so fragile that it had never been put on display for public viewing.

„Yoshinogari is one of the candidate places that may have been the land of (the) Yamataikoku (kingdom). We hope many people will become interested,“ Takashima said.

via Japantimes

Ich frage mich ‚wo‘ sie das Haar entdeckt haben, denn sowas wie das find ich meist hinterm Sofa – allerdings mach ich dann keine öffentliche Ausstellung und hoffe „dass sich viele Leute dafür interessieren“.

Was Udo Jürgens wohl dazu komponieren würde… Er könnte für den kommenden Anime zum Haarklumpen die Titelmusik schreiben.

Aber es zeigt doch, dass selbst ein Haarklumpen von historischer Relevanz sein kann – solange er nur alt genug ist. Packt eure Schuppen am besten gleich in den Safe, Leute, für ähm zukünftige Generationen.

Japaranoia

Posted in schon merkwürdig by fritz on 16. Oktober 2009

Donnerstag war Welt-Handwaschtag. Was bedeutet das in einem Land wie Japan, wo es üblich ist, sich bei der Begrüßung nicht die Hand zu geben, sondern sich höflich und distanziert zu verbeugen? In einem Land, in der alle Schiss vor einer „Schweinegrippe“ haben? In der Gesichtsmasken zum Schutz vor Bakterien im öffentlichen Nahverkehr so präsent sind, als würde die Pest jeden Tag Millionen Menschen dahin raffen?

Nun, das hier:

Und:

„Students in this area must wash their hands, gargle and spray hands with alcohol upon entering school,“ he said. „Any time of the day, students are free to gargle, wash their hands and spray their hands with alcohol. They are allowed to wear masks if they want to.“

Yushi Yamada, a Tokyo fourth-grader, is learning the Japanese way early in life. He said he washes his hands four times a day, excluding the times after using the toilet.

„I know it’s very important,“ he said.

But one mother at an elementary school said the school had alcohol hand gel. Some children licked it off their hands and became drunk.

via The L.A. Times

Zum Gel auch noch Alkoholgetränkte Taschentücher für Alle! So bleiben wir gesund.

Die Top 5 von „Zerstört Tokyo!“

Posted in schon merkwürdig, So allgemeines, Top Listen, Wetter und andere Katastrophen by fritz on 13. September 2009

Japaner, und vorallem Tokyoter, leben in der ständigen Angst, Tokyo könnte zerstört werden. In vielen Anime, Manga, Filmen und Büchern ist Tokyo die erste Stadt die dran glauben muss, wenn es um Katastrophen geht.

Das ist durchaus verständlich, denn Japan wird ja ständig von irgendwelchen Naturkatastrophen heimgesucht, hat einen schlimmen Krieg erlebt und das Land ist sehr stolz auf seine Geschichte – und ist ebenso besorgt darum, die zu verlieren (dies ist allerdings einer dieser japanischen Wiedersprüche, denn auch wenn sie immer sagen „Diese Tempel sind Jahrhunderte alt“, so wird doch ein jeder Tempel so ca. alle 20 Jahre abgerissen und wieder neu aufgebaut. Denkmalschutz existiert hier nicht.)

Da ich jetzt erst wieder das hier gelesenen habe:

Tokio wird mit hoher Wahrscheinlichkeit binnen 50 Jahren durch Erdbeben zerstört
Der Seismologe Norihito Umino von der Tohoku Universität gehört zu dem Team aus zwölf Experten, das sich im Auftrag der Regierung Japans mit der permanenten Überwachung der Vorgänge im Innern der Erde beschäftigt.

Ein neues statistisches Modell wurde von dem Forschungs-Komitee angewendet, um die Wahrscheinlichkeit von Erdbeben zu berechnen. Hiermit kamen sie zu dem Resultat, dass Tokio binnen der kommenden 50 Jahre von einem ‚Big Bang‘ zerstört wird.

Im Lauf der prognostizierten Jahrzehnte erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines verheerenden Erdbebens in dieser Region von zehn Prozent binnen der kommenden Dekade bis zu 90 Prozent innerhalb der bevorstehenden 50 Jahre.

…nehm ich das mal zum Anlass meine persönlichen Top 5 der Zerstörungen Tokyos aufzulisten!

Platz 5: Erdbeben

not real
(Eine künstlerische Umsetzung von der Zerstörung Tokyos von Motoda Hisaharu, der Fotografien vom aktuellen Tokyo fantastisch verändert)

Tokyo liegt, für eine 35 Millionen Einwohner Metropole, in einer denkbar ungünstigen geologischen Lage. Kleine und größere Erdbeben gibts hier mindestens einmal die Woche. Das letzt rüttelte mich vorgestern erst aus dem Schlaf. Es gibt zwar keine genaue Möglichkeit der Erdbeben-Vorhersage, aber es gibt gewisse Regelmäßigkeiten:

Eine der bekanntesten Theorien stammt von Kawasumi Hiroshi, Präsident des Instituts für Erdbebenforschung der Universität von Tokio. Er hat alle Erdbeben in Tokio seit dem Jahre 818 mit einer Magnitude von über 5 auf der Richter-Skala analysiert und festgestellt, dass sich durchschnittlich alle 69 Jahre ein größeres Erdbeben ereignet.

Das letzte richtig große Erdbeben rund um Tokyo war das große Kanto Erdbeben vom 1. September 1923. Anhand der Schlussfolgerung von Herrn Hiroshi, dass große Erdbeben rund um Tokyo alle 69 Jahre stattfinden, kommt man wie er zu der Erkenntnis:

Demnach hätte das nächste große Beben im Jahre 1992 stattfinden müssen

Nunja, es kam nicht, und ist somit längst überfällig. Und je länger es nicht richtig heftig bebt, desto mehr tektonische Energie staut sich an.
Dennoch:

Allerdings ist dies eine rein statistische Berechnung, die keine geologischen Gegebenheiten berücksichtigt und deshalb zur Vorhersage völlig ungeeignet ist. Trotz aller Anstrengungen ist den Wissenschaftlern eine wirksame Erdbebenvorhersage bisher noch nicht gelungen.

Ein Anime zum großen Erdbeben in Tokyo läuft seit diesen Juli im japanischen Fernsehen: „Tokyo Magnitude 8.0“. Der Anime beschäftigt sich mit eben diesem Beben und den Folgen.

Ein Erdbeben ist also sehr wahrscheinlich für die Zerstörung Tokyo verantwortlich. Die Frage ist dabei nicht „ob“ sondern nur „wann“.
Da das allerdings am realistischsten ist, gibt es nur Platz 5

Platz 4: Tokyo unter Wasser!

hoch die tassen
(Quelle: Wine Collective Blog/Getty images)

116 Quadratkilometer (!) von Tokyo liegen unterhalb des Meerespiegels. Dazu liegt Tokyo selbst in einer Taifunstarken Region, und Tsunamis, ausgelöst durch Seebeben, sind auch keine Seltenheit. Und sollten dann noch die Polkappen schmelzen: Dann schwimmt der Fisch fürs morgendliche Sushi von ganz alleine zum Frühstückstisch.

Platz 3: Ein durchgeknallter Manga-Charakter, mit nicht eindeutiger Sexualität, verrückter Frisur und großen Augen rastet aus!

kawaii
(Quelle: moetron.com) Lasst euch von den tellergroßen Augen nicht täuschen, dahinter versteckt sich bittere Bosheit

Das ist eine ziemlich häufige Situation in japanischen Manga: Irgendein Charakter erhält Gott-gleiche Kräfte, dreht durch und zerstört Tokyo. Wenn man sich Cosplay anschaut, wo japanische Jugendliche ihren Manga-Helden nacheifern, ist es auch hier nur eine Frage nach dem „wann“ statt nach dem „ob“…

Platz 2: Godzilla!

Und…

Platz 1: Ein gigantischer Wurm unter Tokyo!

woooorm
(Quelle: ps3blog.de)

…und vor ihm warnt: Ein Frosch!

Im einem Werk vom großartigen japanischen Autor Haruki Murakami Frosch rettet Tokyo“ warnt ein 2 meter großer Frosch einen Beamten vor einem großen Wurm unterhalb von Tokyo. Auszüge:

„Außer uns ist niemand hier, Herr Katagiri. Vielleicht denken Sie auch, ich hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank oder das Ganze wäre nur ein Traum. Aber ich bin nicht verrückt, und Sie träumen auch nicht am helllichten Tag. Die Sache ist vollkommen ernst.“
„Also, Herr Frosch“, begann Katagiri.
„Nur ‚Frosch‘, bitte“, sagte Frosch und hob wieder den Finger.
„Also gut, Frosch“, setzte Katagiri von Neuem an, „nicht, dass ich Ihnen nicht traue. Aber ich begreife die Situation noch immer nicht. Ich weiß nicht, was hier vorgeht. Dürfte ich Ihnen also einige Fragen stellen? Sind Sie ein echter Frosch?“
„Natürlich, das sieht man doch. Keine Metapher, kein Zitat, keine Ableitung, keine Attrappe oder sonst etwas Kompliziertes. Ein Frosch, wie er leibt und lebt. Soll ich mal ein bisschen quaken?“
Frosch wandte den Kopf zur Decke zu und blähte seine Kehle. Quuaaak, quuuaaak …. Sein lautes Quaken ließ die Bilder an der Wand erzittern.
„Schon gut, schon gut“, sagte Katagiri hastig. Die Wände des Apartments waren dünn. „Ich verstehe. Sie sind mit Sicherheit ein echter Frosch.“
„Man könnte sogar sagen, ich bin die Summe aller Frösche, was jedoch nichts an der Tatsache ändert, dass ich ein Frosch bin. Wer behauptet, ich wäre kein Frosch, ist ein schmutziger Lügner. Den würde ich zu Brei hauen.“
Katagiri nickte. Um sich zu beruhigen, griff er nach seiner Tasse und nahm einen Schluck Tee. „Sie sagten, Sie wollen Tokyo vor der Zerstörung bewahren, nicht wahr?“
„Habe ich gesagt.“
„Vor welcher Art von Zerstörung?“
„Erdbeben.“
„Wurm lebt in der Erde. Wenn er wütend wird, löst er Erdbeben aus“, erklärte Frosch. „Und im Moment ist Wurm schrecklich wütend.“

Und Frösche, die vor riesigen Würmern warnen, haben definitiv einen Platz 1 verdient.

nach der wahl gibts wal

Posted in musikalisches, schon merkwürdig, So allgemeines by fritz on 3. September 2009


(Ja, das ist Walfleisch auf dem Teller und beinahe im Mund von der Japanerin. Das Ganze war in nem Wal-Restaurant, man erkennts an dem glücklichen schwimmenden Wal im Logo)

Japan hat ja nun demnächst einen neuen Premier Minister. Dem seine Frau sagte folgendes:

„It was a very beautiful place and it was really green.“

Und das sagt sie nicht über das Parteizentrum der Grünen, über Grönland oder über den allmählich beginnenden Herbst in Japan, sondern über ihren Trip zur Venus.

„While my body was asleep, I think my soul rode on a triangular-shaped UFO and went to Venus,“

Frau Miyuki Hatoyama meint nämlich vor 20 Jahren von einem Raumschiff mitgenommen worden zu sein. Das Ganze hat sie auch in einem Buch festgehalten mit dem Titel „Very Strange Things I’ve Encountered“ – was glaube auch der Titel von jedem zweiten Blog ist, der sich mit Japan befasst.

Da das Ganze als Meldung relativ dürftig ist, gibts noch etwas Musik, zur Einstimmung auf den Herbst, und weil ich nun schon über zwei Monate hier bin. Die Zeit verfliegt…
Daher auch nun „Time Flies“, ein Stück was ich derzeit recht häufig höre, von einer wunderbaren japanischen Jazz Pianistin: Hiromi Uehara.

(Dauert etwas bis das Stück Fahrt aufnimmt, aber ruhig mal anmachen, genießen, und vielleicht dazu die Fotos hier durchsehen.)

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