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Themen Gulasch

Posted in So allgemeines by fritz on 9. Januar 2010

Mir gehts inzwischen wieder etwas besser, doch mein Kopf ist noch immer etwas zu sehr Matsch, um hier eigenen Content fertig zu machen. Von daher stelle ich mal an dieser Stelle verschiedene andere Themen und Gedanken vor:

Ich habe viele Twitterfeeds über Japan abonniert, lese viele Blogs und Querverweise. Dabei kommen täglich viele, viele Themen, Neuigkeiten und Witziges heraus, die ich beiseite lege um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu verwenden. Diese Liste mit beiseite gelegten Themen ist mittlerweile so lang geworden, dass ich die alle wahrscheinlich eh nicht bearbeiten kann, von daher hier mal ein Auszug:

Koizumi spielt gegen Kim Jong Il Mahjong und rettet Tokyo mit einem Düsenjet
Man achte auf seine grimmige Entschlossenheit im Gesicht. Ich wünschte Merkel wär so cool…

10 Hirokazu Tanakas singen ein Lied mit Hirokazu Tanaka darüber, wie es ist, Hirokazu Tanaka zu heissen
Ich hatte das schon nerdcore vorgeschlagen, der daraus gleich nen Blogeintrag machte:

Videospiel-Komponist Tanaka Hirokazu (Komponist für alte NES games wie Earthbound oder Metroid, und nun Präsident von Creatures Inc., die machen Pokémon) hat sich nun 10 weitere Leute mit dem gleichen Namen wie er gesucht und eine Single rausgebracht. Klingt n bisschen chiptunes mäßig, ist aber vorallem abgefahren.

HALT! You will listen to this facts about germany!
Ein alter Werbespot für die SEGA-Dreamcast, über Online-Spielen in Europa. So wie ich es verstanden habe, wurde der Spot in verschiedenen europäischen Ländern gesendet. Also ich als Deutscher finds amüsant (SEGA ist ne japanische Firma, passt also auch irgendwie zum Blog…)

Epische Übung im Zoo Tokyo
Falls ein Rhinozeros ausbricht….

Überlebender der zwei Atombomben stirbt im Alter von 93
Ich weiss nicht ob der Typ einfach nur Pech hatte, bei beiden Bomben anwesend zu sein, oder Glück hatte, danach noch 93 zu werden. Als die erste Bombe fiel war er in Hiroshima, und kehrte danach dann in seine Heimat Nagasaki zurück.

Voller Artikel: In der New York Times hier

Ein Restaurant aus der Sicht einer Sushi-Rolle
Ich find das toll, einfach eine Kamera aufs Laufband gestellt und alle schauen verwundert in die Kamera. Herliche Reaktionen.

Das ganze wurde in Tomakomei aufgenommen, wo ich auch schonmal war und wo absolut tote Hose ist…

Mein Mitbewohner für NHK in einem Maid Cafe
Ein deutscher Blog hatte das ganz unschuldig verlinkt und ich war sehr erstaunt meinen Mitbewohner darin zu entdecken….

Japanisches Pärchen trainiert Pinguin um Fisch aus dem Laden zu holen
Netter Pinguin.

Zwei(!) Meter breites Haus inmitten von Tokyo
Schmal….

Die Achsenmächte haben Spaß
Okay, das hier find ich nun allerdings sehr verstörend… Axis Power Hetalia handelt von, wie der Name schon sagt, den Achsenmächten Deutschland, Japan, und Italien. Jedes Land der Welt wird dabei durch eine Figur verköpert, der Deutsche ist ein großer, ernster Blonder, der Japaner mit schwarzen Haaren und Katana und der Italiener ein kleiner Junge der immer nur „Pasta“ schreit. Dazu werden viele Klischees aufgearbeitet, wie z.b. Amerika ist die Meinungen der anderen Ländern egal.

Video zur ersten Folge: auf metacafe hier

Diese Verklärung von Geschichte, die seit einigen Jahren in einem Manga umgesetzt wird und nun seit jüngsten auch als Anime, find ich dann aber doch irgendwie verkehrt. Schon allein der Name….

rotz

Posted in So allgemeines by fritz on 7. Januar 2010


Quelle: taz /dpa

Ich bin krank… Was geb ich nur für ein paar Tempo-Taschentücher… Die japanischen Taschentücher sind viel zu dünn, einmal ordentlich die Nase durchpusten und schon hat man den ganzen Mist in den Händen… Sind eben nicht für europäische Nasen konzipiert…

Mein Kopf ist grad Matsch, mir fehlt die Konzentration zur Arbeit und für neue Themen. Es kommt aber noch:

Hakone
Ein Spaziergang durch Bambuswälder

Hokkaido
Meine Reise in mindestens 5 epischen Artikeln

Durch Wolken wandern
Eine Bergbesteigung über 1000m Höhe, in Zeiten der schönsten Blattfärbung und durch verschiedene graue Wolken.

Meine Wohnung
Ein kleiner Bericht über den Ort, in dem ich grad lebe, bevor ich ihn am Ende des Monats verlassen muss. Gibt da nämlich eine sehr interessante Überaschung…

Dr. Nakamats
Mein Interview mit ihm hier

Nachklapp Comiket mit Cosplay
Viele knapp bekleidete japanische Mädchen, das sorgt wieder für Trafic…

Die letzten beiden Themen biete ich aber vorher Redaktionen an, die kommen erst, wenn die das abgenommen haben.

Und zum Schluss noch ein paar kleine Anekdoten:

Vor nicht allzulanger Zeit habe ich nach einer Foto-Assistenz gesucht, jemand, der mit mit Japanisch-Kenntnissen bei Shootings und Aufträgen aushelfen kann, und dem ich somit etwas beibringen kann.
Ich suchte dabei über craigslist Tokyo und über Kleinanzeigen in der metropolis – schließlich brauchte ich jemanden, der Englisch konnte.

Ich gab dabei an, dass ich jemand junges suche (17-28), da ich ja eng mit demjenigen zusammenarbeiten würde, und daher etwas in meinem Alter bevorzugen würde.

Meine erste Anzeige bei craigslist brachte innerhalb von einer Stunde schon vier Interessenten, am zweiten Tag waren es bereits über 10. Doch nach dem zweiten Tag wurde meine Anzeige gesperrt. Dazu reicht bei craigslist ein einfacher Klick eines Users, dem die Anzeige nicht passt. Keine Kontrolle, keine Veto-Möglichkeit.
Dieser User, der meine Anzeige sperrte, reichte das alleine nicht, weswegen er mir noch eine email hinterherschickte:

You pervert! looking for young japanese girls to exploit? I know your kind! You deserve what you get!!

Ich sagte ihm, dass ich ein seriöser Fotograf bin und ein Assistent und kein Model suchte. Ebenso, dass ich selbst recht jung bin, was das Alter erklärte, nachdem ich suchte.
Seine Antwort war:

Yeah, and then all she’s doing is making coffee!

Ich mag Kaffee nicht mal.

You know Karma? People like you always get punished!

Ich fragte mich immer noch, was das alles soll, also fragte ich ihn nach seiner Motivation:

I’m just a gaijin who feels that it is his duty to correct all other gaijins in their wrong doing, that’s all

Wie selbstgerecht und panne musste er sein? Sucht sich irgendwelche Anzeigen bei craigslist raus, löscht sie und nervt die Anzeigensteller. Ich bat ihn das sein zu lassen. Seine letzte mail (insgesamt waren es acht) habe ich dann schon nicht mehr gelesen. Meine zweite Anzeige hat er in Ruhe gelassen, allerdings nicht ohne mir noch die Warnung auf den Weg zu geben:

Yeah, don’t be surprised if somebody else takes down your ad and reports you to the authorities!

So ein Troll.

Na jedenfalls hatte ich danach dann viele Interessenten und traf mich am Ende mit 6 von Ihnen. Genommen habe ich am Ende nur eine, trotzdem bin ich mit einigen anderen inzwischen befreundet.

Fritzes Assistenten-Casting:
Eine Sammlung von Eindrücken, die ich damals immer unmittelbar nach den Gesprächen notiert hatte

1. Kandidatin ist mehr Model als Assistentin. Zeigte mir Aktaufnahmen von sich. Großer Pluspunkt.

2. Kandidatin labert ohne Halten und hat dreimal betont, wie sehr sie die deutsche Sprache hasst. Fail.

3. Kandidat ist ein 30 jähriger studierter Fotojournalist. Im Laufe des Gesprächs bot er mir nen Assistenzjob an o.O

4.Kandidat ist ein steifer Elite-Uni Student, der lieber seine Bilder ausstellen möchte, als mir zu helfen, welche zu machen.

5. Kandidat war ein weiblicher, japanischer Punk, mit blondgefärbten Haaren, die auf der Hälfte des Kopfes kahlgeschoren waren. Brachte kaum Worte heraus und erhoffte sich von mir eher einen Skandalreporter. Verlor die Lust am Gespräch und am Job ziemlich schnell.

6. Kandidat war perfekt! Erfahren, aber nicht zu erfahren, ernsthaft an der Fotografie interessiert, mag Berlin und macht intelligente Witze über Bäume!

Und der 6. Kandidat bzw. Kandidatin ist es dann geworden – auch wenn mir bisher die Zeit und Gelegenheit für ein Shooting mit ihr fehlte. Aber trotzdem gut, ne Assistentin zu haben 😉

Zwei Sachen, die ich mag

Posted in So allgemeines by fritz on 17. November 2009

C.C. Lemon und die Simpsons – Die Japaner schaffen es, beides zu verbinden:

C.C. Lemon war das erste Getränk, welches ich bei einer dieser Vending Machines hier, an meinem zweiten Tag in Tokyo, gekauft habe, und es hat mich gleich begeistert. Wenn ich das jetzt trinke, schmeckt es immer ein bisschen nach Sommer und diesem „Alles Neu“ Gefühl… hachja, ich zieh mir gleich nochma ne Flasche….

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„Es wächst in die Vertikale“

Tokyo ist… garnicht mal so groß wie ich das oft sage. Die meisten Häuser sind nicht höher als zwei Stockwerke. Und wenn ich in die kleine Seitenstraße neben unserem Haus hier in Shinjuku entlang gehe, so sieht es doch hier, im Zentrum einer der größten Metropolen der Welt, doch eher aus wie eine japanische Kleinstadt. Ein Vorort, mit Einfamilienhäusern und sogar einem Tempeln mittendrin. Bin gestern im Sonnenschein mal durch besagte Shoutengai rechts neben unserem Haus entlang spaziert. Feiertagsbedingt waren wenig Leute unterwegs und von an Laternen montierten Lautsprechern spielte leise Musik. Auf einmal wurde durch knarzige Lautsprecher „Downtown“ von Peculia Clark gespielt:

in der solchen Zeilen vorkommen wie:

Just listen to the music of the traffic in the city
linger on the sidewalk where the neon signs are pretty
how can you lose the lights are much brighter there
you can forget all your troubles forget all your cares

Bei dem Begriff „neon signs“ muss ich immer an Tokyo denken… Schon merkwürdig. Zumal ich dieses Lied das erste Mal hörte, als meine Erdkunde-Lehrerin Frau Koblischke (nebenbei auch Musik-Lehrerin) ihn im Unterricht vorsang, um uns nen bestimmten Hinweis zu geben.

Ich schlich mich dann zum Tempel, einer Oase der Ruhe in Tokyo. Die einzigen Geräusche kamen vom Wind in den Bäumen, durch den die warme Abendsonne schien.

Ich habe bewusst die Kamera zuhaus gelassen. Fotografieren ist mein Job, und ich liebe es, aber selbst davon brauch ich mal ne Pause, um auch ein Foto nur für mich zu schießen, mit dem Herzen.

Doch genug davon, worauf ich eigentlich hinauswollte ist die Höhe von Tokyo. Meine eigene Höhe ist übrigens über japanischen Standard (jedoch weit unter deutscher Durchschnittsgröße), weswegen ich mich hier mal richtig groß fühlen kann 😉 Mein Zimmer ist ebenso japanisch klein, „wächst aber langsam in die Vertikale“, wie mein Mitbewohner gestern feststellte, nachdem ich ihm meine neuese Errungenschaft zeigte: Ein Bücherregal!

…welches ich durch halb Tokyo mittels U-Bahn transportieren musste:

Die meisten Zeit hab ich das Regal auf meinem Kopf balanciert, was selbst die Japaner merkwürdig fanden. Und das soll was heissen!

In meinem Zimmer stehen keine Möbel bis auf meine Futon auf dem ich penne und jede Nacht den Rücken malträtiere, und ein Tisch vom Vormieter. Sonst nur blanker Fußboden, auf dem meine ganzen wichtigen Dokumente und/oder Essensreste verstreut liegen. Das konnte so nicht weitergehen und über twitter fand ich dann ein Buchregal für 1000 yen (ca. 8€).

Ein Chinese, der seit 11 Jahren in Tokyo lebt (und an sich an diesem morgen derbe beim Rasieren geschnitten hatte… seine ganze linke Gesichtshälfte war rot und mit Pflastern zugeklebt) wollte sich vom Regal trennen um Platz zu machen zuhause. Er wohnte in Oshiage, das ist im östlichen Teil von Tokyo.

Also ich aus der Station heraustrat sah ich das:

Ein gigantisches Baugerüst was sich majestätisch zwischen den ganzen Wohnhäusern aufbaute und doch so seltsam platziert aussah. Solch ein großes Ungetüm zwischen all den kleinen japanischen Häusern.

Das ist der Tokyo Sky Tree, welcher in drei Jahren über 600m gewachsen sein soll, und damit ein bisschen weniger als doppelt so hoch wäre wie der Tokyo Tower, im Westen der Stadt.

Der Turm gehört zu einer Reihe von Projekten, die als „Rising East Project“ zusammengefasst werden. Meiner Vermutung nach soll es diese östliche, etwas vom Zentrum entfernte Ecke von Tokyo wiederbeleben.


links: wie es mal aussehen soll, rechts: wie es grad aussieht

Viele Japaner fotografierten das Gerüst und viel mehr das Schild, wo der fertige Turm drauf war. Sie stellten sich davor und grinsten in die Kamera, als ob das Schild allein schon eine Sehenswürdigkeit ist.

Aber zugegeben, wenn der fertig ist, sieht der schon cool aus:

hoch
Quelle: japanite.com

Die Anwohner, die ich zum Turm befragte, sahen dem Ergebnis eigentlich recht positiv entgegen, gerade weil es diese Ecke etwas belebt, und neue Geschäfte hinzukommen. Der Hauptgrund für den Bau dieses Turms ist ein besserer Fernsehempfang, er soll größtenteils als Sendemast fungieren (und natürlich auch als Touristenfalle). Und ich glaube von dem Turm aus kann man wirklich gut fern sehen.

höher
Quelle: wikipedia.org

Das Ganze toppt eigentlich nur noch der Tokyo Millenium Tower der jedoch wohl nicht allzubald das Licht der Welt in Tokyo verdecken wird:

am höchsten

ebenso hoch

Der Turm soll(te) 840m hoch werden und als eigenständige Stadt funktionieren. Dieses Jahr sollte es eigentlich los gehen, aber da hat die Wirtschaftskrise wohl etwas Jenga gespielt, und wichtige Bauteile, nämlich Geld, entfernt.

Es macht durchaus Sinn in einer Stadt wie Tokyo und in einem Land wie Japan, in dem „Platz“ zu den schwindenen Ressourcen gehört, konsequent in die Höhe zu bauen. Oder um es wie mein Mitbewohner zu sagen:

„Du wächst in die vertikale, Fritz. Evolutionshistorisch gesehen ist das ein sehr richtiger Schritt“

Trotzdem schlaf ich immernoch auf dem Fußboden, mit ner 5cm dicken Matte dazwischen. Auch wenn sich dieser Fußboden mal in 800m höhe befinden sollte, so sollten die Matratzen auch relativ dazu wachsen – sonst kann ich auch unten bleiben.

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