fotografritz / blog

Berlin vs. Tokyo – 0:1

Posted in Wetter und andere Katastrophen by fritz on 19. Januar 2010


Quelle: Google-Suche am 20.1.2010, 4.30Uhr japanischer Zeit

Klarer Fall würd ich sagen.

„you’re a journalist?!?“

Posted in Gedanken, journalistische abenteuer, Wetter und andere Katastrophen by fritz on 7. Oktober 2009

Ich traf den neuen Außenminister Japans Katsuya Okada auf ein Sandwich – und neben mir, trafen ihn noch 200 andere, meist grauhaarige Journalisten aus der ganzen Welt, im Foreign Correspondent Club Japan.

Japan hatte ja im August gewählt, und diesmal anders als in den letzten 50 Jahren zuvor. Die neue Regierung hat auch schon neue Minister aufgestellt, während unsere frisch gewählte Merkel erst noch suchen muss.
Der neue Aussenminister heisst Katsuya Okada, ein Student der Tokyoter Elite-Uni Toudai ist durch mehrere Parteien gegangen bis er vor mehr als zehn Jahren die DPJ gründete, die seit Ende August nun Japan regiert.

Der Foreign Correspondent Club macht mehrmals im Monat solche Events, die eigentlich ganz spannend und für jeden Journalisten offen sind. Vorallem da sich die neue Regierung der Presse mehr öffnen möchte, als die Alte.
Ich wollte mir mal das ganze Spektakel anschauen, auch wenn ich keine Fragen an Herrn Okada, oder eine Redaktion, die mir das Ganze abnimmt, hatte.

Da bei solchen Sachen auch immer Dresscode herscht, ich aber nicht so wirklich Lust drauf hatte, traf ich ne elegante Schwarz/Weisse Lösung und machte mich auf den Taifun auf nach Ost-Tokyo.

Das sollt ich an dieser Stelle vielleicht auch mal erwähnen: Es zieht gerade ein Taifun landeinwärts auf Tokyo zu. Diesemal fliegt er nicht nur knapp dran vorbei, sondern wird direkt über der Metropole für Mistwetter sorgen. Es regnet schon seit Tagen, aber morgen soll es ganz Dicke kommen. Ich mach mir wenig Sorgen, ein Taifun wird von den Japanern meistens eh nur als Vorwand genutzt, schneller Feierabend machen zu können, da es bei diesen Winden und Regentropfen ja viel zu gefährlich sei, die U-Bahn nach Hause zu nehmen. (Das ist tatsächlich ihre Argumentation)

Den Foreign Correspendent Club Japan gibt es seit 1945, und ist dementsprechend eine traditionelle und vorallem alte Einrichtung. Alles etwas steif, und ich fiel dementsprechend auf. Zumal über 70%, der heut anwesenden Journalisten, Japaner waren. Bei der Rezeption wurde man schon leicht skeptisch:

„Hello, my name is Fritz Schumann, I have a reservation“
„Okay, are you a member?“
„No.“
„Are you from the embassy?“
„No.“
„Okay, are you working for a media?“
„No.“
„But you are a journalist??“
„Yes, I am.“
„Do you have a business card?“
„No.“
„You’re sure, you’re a journalist?“
„Yes, you want to see my press card?“
„No that’s fine, the room is over there, thank you“
„No, thank you…“

(wohlgemerkt eine Japanerin)

Im Raum war viel graues Haar und gedeckte Tische. Ich wusst nicht so recht wohin, also schaute ich erstmal aus dem Fenster, aus dem 20. Stock auf Tokyo im Taifun:

hier soll ein bild stehen
(naja gut, es sah nicht ganz so aus…)

Ich war auch nicht der Einzige, der die Aussicht genoss:

Ich fragte dann rum, wo ich denn sitzen soll. Es folgte wieder die Frage „you’re a journalist?“ welches ich dann wieder bejahte. Ein älter Herr nahm mich dann beim Arm und führte mich zu den Pressetischen.
Ich nahm Platz neben dem Einzigen, der so fehl am Platz aussah, wie ich mich fühlte. So traf ich Chris, ebenfalls 21 Jahre alt und seit 5 Jahren (!) in Tokyo. Auf die Frage, warum er denn in Tokyo sei, sagte er mir, er hatte sich für das falsche Stipendium beworben. Er wollte sich eigentlich auf der High School für eine Uni bewerben, hatte das falsche Formular erwischt und ist dann mit einem Stipendium in Japan gelandet. Was ein Pech….
Nun arbeitet er für Reuters, was mit 21 Jahren schon ne verdammt krasse Leistung ist, find ich. Ich persönlich dachte immer, dass ich mit 21 Jahren in Tokyo als Journalist arbeite, ist schon eine echte Seltenheit. Und dann toppt das noch einer so verdient. Tokyo ist immer für Überraschung gut.

Nebenbei brachte der Kellner das Essen und fragte, ob ich Kaffee möchte. Ich sagte „iie“ (sprich:[ihje]) was „nein“ auf japanisch heisst. Scheinbar muss ich es so falsch ausgesprochen habe, dass es der Kellner als „Ja bitte, mach mir die Tasse bis oben hin voll!!“ verstanden haben muss.

Dann betrat Herr Okada das Podium. Er bekam vom FCCJ-Präsidenten ein grünes Tuch (?) geschenkt, und nannte es „Ökofarbe“. Okada freute sich, auch weil er, so fügte er hinzu, leidenschaftlich Frösche sammelt und alles was dazugehört (Figuren, Bilder…), und die Farbe erinnert ihn an Frösche…
Danach war kurzes Posieren für die Kameras. Sofort hoppelten zehn Fotografen mit großen, schweren und teuren Kameras nach vorne und blitzen um die Wette. Nach zehn Klicks hoppelten sie wieder zurück.
Da ich ja mittlerweile gewohnt bin, bei Pressekonferenzen für meine kleine Kamera immer (zu Recht) ausgelacht zu werden, wartete ich, bis der erste Sturm vorbei war, und ging dann selbst nach vorne. Irgendwie hat der Herr Aussenminister mich wahrgenommen, und schaute direkt, etwas skeptisch, in meine Linse:

Er konsultierte dann noch seinen Nachbarn: „He, ist der da wirklich ein Journalist?“

*Seufz* „Scheint wohl so….“

Und dann gings los. Er hielt eine kleine Ansprache über seine und Japans Ziele in der Außenpolitik. Wichtige Punkte waren dabei die Allianz mit Amerika, eine Ost-Asien-Gemeinschaft (nach Vorbild der Europäischen Union) und ein bisschen Nordkorea gabs auch.

Zwischen Japan und Amerika gab es jüngst etwas Verstimmungen, da wohl Protokolle und Verträge der ehemaligen Regierung existierten, die durch gewisse Klauseln es den Amerikaner gestatteten, Raketen und Kernwaffen auf japanischen Boden zu lagern und zu stationieren. Die Japaner würden nun gerne erfahren, ob solche Waffen hier gelagert waren und wie das passieren konnte. Verständlicherweise verfolgt Japan eine absolute Anti-Atomwaffen-Einstellung, und bei diesem Thema sind sie sehr empfindlich.
Sollte es tatsächlich so sein, wie derzeit untersucht wird, dann ist es auch eine ausgemachte Sauerei.

Trotzdem betont Okada die Bedeutung der japanisch-amerikanischen Beziehung. So verweist er auch auf die Schutzfunktion der amerikanischen Truppen, die hier stationiert sind. Japan hat ja keine eigene Armee und gegen die Bedrohung aus Nordkorea hoffen sie eben auf die Amerikaner.

Nordkorea indes hat in der letzten Nacht eine erneute Gesprächs-
bereitschaft signalisiert. Der Aussenminister begrüßt das, äußert sich aber neben dem Hinweis, bei Gesprächen mit Nordkoreanern „Geduld und Durchhaltevermögen“ mitzubringen, nicht viel mehr dazu.
Grundsätzlich blieb er in seinen Äußerungen recht knapp, sachlich und pragmatisch. Während Premier Hatoyama von Vision spricht, will er nicht so sprechen, sondern schauen, was sich bewegen lässt.

Seine Worte wurden unterschiedlich von den anwesenden Journalisten aufgenommen:

Es wurde interessiert zugehört:

…oder etwa doch geschlafen?

Es wurde immer alles in Japanisch oder Englisch übersetzt, von einer sehr komepetenten Übersetzerin. Doch manchmal musste man sich schon konzentrieren, um mitzukommen:

Japanische Journalisten sind bei Themen die Japan betreffen immer recht, nun ja, „höflich“. Es wird selten kritisch berichtet oder nachgefragt. So lag es an den ausländischen Journalisten (darunter zwei Deutsche, u.a. von der FAZ) ein paar kritische Fragen zu stellen. Allerdings gelang es nicht wirklich, aus dem eisernen Okada etwas konkretes oder neues herauszukommen.

Der 21 jährige von reuters, der mir gegenüber saß, war nur hier für „DIE story“. Vorzugsweise etwas bahnbrechendes über Nordkorea. Doch das kam nicht, und er fragte auch nicht danach.
Er beschrieb Journalismus als Spiel. Wer am schnellsten die Nachricht verbreitet, gewinnt. Der größte Konkurrenz zu reuters ist AP. Reuters muss immer schneller sein als AP, dann gewinnen sie.

Ist Journalismus wie Sport? Ich glaube ja. Es gibt auch hier Egozentriker, die allen beweisen müssen, wie toll sie sind. Es gibt auch hier Betrug. Und vorallem gibt es wie im Sport verschiedene Sportarten des Journalismus.
Ich persönlich möchte nicht dieses „Spiel“ für reuters, AP oder DPA spielen, wo Tragödien nur noch zu schnellen Zeilen werden, gestorbene Schicksale zu Zahlen und Menschen zu gesichtslosen Quellen.

Trotzdem habe ich meinen Respekt für diese Forscher des globalen Wissens, der weltweiten Neuigkeiten. Ohne sie wüssten wir auch nur, was in unserem Kiez passiert. Doch ich persönlich möchte diesen Weg nicht gehen.

Es gibt ein Bild, das heut entstand und das mir sehr gefällt, weil so viel drauf passiert:

Die vielen Fotografen die Spalier stehen, um DAS Foto zu erwischen. Jedesmal wenn Okada eine Bewegung mit der Hand machte oder durch ein Augenrollen die eiserne Miene durchbrach, klickte eine wahre Shutter-Symphonie im anderen Ende des Saals. Danach wieder Ruhe.

Schauen wir uns nochmal das Bild an. Auffällig ist der Herr am Telefon, der verzweifelt telefoniert:

Wahrscheinlich muss auch er die Story möglichst schnell und vor den anderen nach draussen bringen – auch wenn er noch gar nicht weiss wie.

Unten links im Bild ist auch ein Fotograf, der mit leicht zugekniffen Augen und Fluppe(!) im Mund versucht ein gutes Bild auf 7m Distanz zu machen:

Was, wenn ich die Linse und seinen Blick richtig deute, nicht gelang.

Japanisch pünktlich wurde die Sitzung beendete und 200 Journalisten drängten sich in 3 viel zu kleine Aufzüge, um ja wieder fix in der Redaktion zu sein, um die Story noch vor den anderen rauszubringen. Das Alle schlussendlich die selbe Story haben, stört sie anscheinend nicht.

Hauptsache schnell.

Dreistigkeit

Posted in ärgerliches, Wetter und andere Katastrophen by fritz on 24. September 2009


TKK – Symbolfoto

Das Internet ist ein rechtsfreier Raum, meint man. Nur für 5% der heruntergeladenen MP3s wurde gezahlt, der Rest ist illegal geflossen.
Bei Fotos gibt auch einen regelmäßigen Bilder-Klau im Netz, bei dem man als Fotograf schon arg auf der Hut sein muss, um nicht allzusehr verarscht zu werden.

Wie viele andere Fotografen bin auch ich in einigen Onlinecommunities, um meine Bilder zu zeigen, Kritk zu hören und mit anderen (jungen) Fotografen zu reden, Erfahrungen auszutauschen, Ideen zu entwickeln.

Eine Plattform die ich dabei besonders schätze, ist jugendfotos.de. Jugendfotos.de ist eine Plattform der Jugendpresse Deutschland, die zum Ziel hat, Bilder für Jugendmedien und Jugendprojekte kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Um die Bilder zu sehen, muss man sich anmelden. Im Gegensatz zu flickr oder der vor Klugscheissern wimmelnden fotocommunity ist jugendfotos.de nicht öffentlich, man muss sich vorher anmelden. Doch auch diese Hürde schützt nicht vor Dreistigkeit.

Um ein Bild runterladen zu können, muss man eine Begründung und seinen Namen angeben. So erreichte mich jetzt dies hier:

Hallo Fitz! Dein Name wird im Impressum erscheinen. Das Foto wird spätestens am 25.09.09 live sein. Viele Grüße, die TK-Logo-Redaktion

…und zwar zum Bild ‚Sehnsucht‘, was mit bei einem Shooting mit S. entstand, und ich persönlich sehr mag, weil es für mich viel erzählt:

Ich freue mich wenn meine Bilder gesehen werden, eine Schülerzeitung damit ihre Artikel bebildern kann oder wenn ich Kritik dazu höre. Aber ich freue mich nicht, wenn eine Krankenkasse damit pseudo-redaktionelle Inhalte in ihrem TK-Logo Magazin füllt, um auf TKK Angebote hinzuweisen

Und am Ende vom Beitrag:

Ich arbeite als Fotograf. Damit verdiene ich meine Miete und mein Essen. Die TKK tut das, indem sie Versicherungen verkauft. Doch wenn sie nun mehr verkauft, weil sie sich Bilder kostenlos aus dem Internet holt um ihre Angebote zu bewerben, gehen die eigentlichen Urheber leer aus.

Vielleicht ist das auch Kalkül, um die durch Mangelernährung erkrankten Künstler dann als Kunden zur TKK locken zu können. Doch besonders dreist find ich auch zwei Zeilen, die sich tief im Impressum verstecken:

Hinweis: Trotz intensiver Recherche konnten die Urheber einiger Fotos nicht ermittelt werden. Sollten Sie Urheber dieser Fotos sein, bitten wir Sie um Kontaktaufnahme.

Klartext: Wir nehmen dein Bild erstmal und benutzen es. Solltest du es nicht durch Zufall finden und uns Bescheid sagen, ist das nicht unser Problem.

Und wie intensiv kann diese Recherche sein, wenn sich der Urheber nicht finden lässt? Heutzutage steht der immer daneben, dadrunter oder ist verlinkt. Es sei denn man war so dreist wie die TK-Logo. Dann klaut dreist von dreist, und es wird immer frecher.

Ich hatte Ihnen nun eine Email geschickt und erwarte, dass sie mein Bild innerhalb von einer Woche entfernen, sonst werde ich rechtliche Schritte einleiten.
TK-Logo ist bei jugendfotos.de nicht unbekannt, ich bin nicht der erste der sich über diese Dreistigkeit beschwert und den Anwalt einschalten will.

Auch wenn es natürlich sehr viel krassere Fälle im Netz gibt, so bleiben diese Methoden schon recht frech.

Nachtrag: Ich hab inzwischen Antwort von TK-Logo bekommen, das Bild wurde entfernt. Hoffe auch andere Fotografen bleiben so aufmerksam, und passen auf, was mit ihren Bildern passiert

Die Top 5 von „Zerstört Tokyo!“

Posted in schon merkwürdig, So allgemeines, Top Listen, Wetter und andere Katastrophen by fritz on 13. September 2009

Japaner, und vorallem Tokyoter, leben in der ständigen Angst, Tokyo könnte zerstört werden. In vielen Anime, Manga, Filmen und Büchern ist Tokyo die erste Stadt die dran glauben muss, wenn es um Katastrophen geht.

Das ist durchaus verständlich, denn Japan wird ja ständig von irgendwelchen Naturkatastrophen heimgesucht, hat einen schlimmen Krieg erlebt und das Land ist sehr stolz auf seine Geschichte – und ist ebenso besorgt darum, die zu verlieren (dies ist allerdings einer dieser japanischen Wiedersprüche, denn auch wenn sie immer sagen „Diese Tempel sind Jahrhunderte alt“, so wird doch ein jeder Tempel so ca. alle 20 Jahre abgerissen und wieder neu aufgebaut. Denkmalschutz existiert hier nicht.)

Da ich jetzt erst wieder das hier gelesenen habe:

Tokio wird mit hoher Wahrscheinlichkeit binnen 50 Jahren durch Erdbeben zerstört
Der Seismologe Norihito Umino von der Tohoku Universität gehört zu dem Team aus zwölf Experten, das sich im Auftrag der Regierung Japans mit der permanenten Überwachung der Vorgänge im Innern der Erde beschäftigt.

Ein neues statistisches Modell wurde von dem Forschungs-Komitee angewendet, um die Wahrscheinlichkeit von Erdbeben zu berechnen. Hiermit kamen sie zu dem Resultat, dass Tokio binnen der kommenden 50 Jahre von einem ‚Big Bang‘ zerstört wird.

Im Lauf der prognostizierten Jahrzehnte erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines verheerenden Erdbebens in dieser Region von zehn Prozent binnen der kommenden Dekade bis zu 90 Prozent innerhalb der bevorstehenden 50 Jahre.

…nehm ich das mal zum Anlass meine persönlichen Top 5 der Zerstörungen Tokyos aufzulisten!

Platz 5: Erdbeben

not real
(Eine künstlerische Umsetzung von der Zerstörung Tokyos von Motoda Hisaharu, der Fotografien vom aktuellen Tokyo fantastisch verändert)

Tokyo liegt, für eine 35 Millionen Einwohner Metropole, in einer denkbar ungünstigen geologischen Lage. Kleine und größere Erdbeben gibts hier mindestens einmal die Woche. Das letzt rüttelte mich vorgestern erst aus dem Schlaf. Es gibt zwar keine genaue Möglichkeit der Erdbeben-Vorhersage, aber es gibt gewisse Regelmäßigkeiten:

Eine der bekanntesten Theorien stammt von Kawasumi Hiroshi, Präsident des Instituts für Erdbebenforschung der Universität von Tokio. Er hat alle Erdbeben in Tokio seit dem Jahre 818 mit einer Magnitude von über 5 auf der Richter-Skala analysiert und festgestellt, dass sich durchschnittlich alle 69 Jahre ein größeres Erdbeben ereignet.

Das letzte richtig große Erdbeben rund um Tokyo war das große Kanto Erdbeben vom 1. September 1923. Anhand der Schlussfolgerung von Herrn Hiroshi, dass große Erdbeben rund um Tokyo alle 69 Jahre stattfinden, kommt man wie er zu der Erkenntnis:

Demnach hätte das nächste große Beben im Jahre 1992 stattfinden müssen

Nunja, es kam nicht, und ist somit längst überfällig. Und je länger es nicht richtig heftig bebt, desto mehr tektonische Energie staut sich an.
Dennoch:

Allerdings ist dies eine rein statistische Berechnung, die keine geologischen Gegebenheiten berücksichtigt und deshalb zur Vorhersage völlig ungeeignet ist. Trotz aller Anstrengungen ist den Wissenschaftlern eine wirksame Erdbebenvorhersage bisher noch nicht gelungen.

Ein Anime zum großen Erdbeben in Tokyo läuft seit diesen Juli im japanischen Fernsehen: „Tokyo Magnitude 8.0“. Der Anime beschäftigt sich mit eben diesem Beben und den Folgen.

Ein Erdbeben ist also sehr wahrscheinlich für die Zerstörung Tokyo verantwortlich. Die Frage ist dabei nicht „ob“ sondern nur „wann“.
Da das allerdings am realistischsten ist, gibt es nur Platz 5

Platz 4: Tokyo unter Wasser!

hoch die tassen
(Quelle: Wine Collective Blog/Getty images)

116 Quadratkilometer (!) von Tokyo liegen unterhalb des Meerespiegels. Dazu liegt Tokyo selbst in einer Taifunstarken Region, und Tsunamis, ausgelöst durch Seebeben, sind auch keine Seltenheit. Und sollten dann noch die Polkappen schmelzen: Dann schwimmt der Fisch fürs morgendliche Sushi von ganz alleine zum Frühstückstisch.

Platz 3: Ein durchgeknallter Manga-Charakter, mit nicht eindeutiger Sexualität, verrückter Frisur und großen Augen rastet aus!

kawaii
(Quelle: moetron.com) Lasst euch von den tellergroßen Augen nicht täuschen, dahinter versteckt sich bittere Bosheit

Das ist eine ziemlich häufige Situation in japanischen Manga: Irgendein Charakter erhält Gott-gleiche Kräfte, dreht durch und zerstört Tokyo. Wenn man sich Cosplay anschaut, wo japanische Jugendliche ihren Manga-Helden nacheifern, ist es auch hier nur eine Frage nach dem „wann“ statt nach dem „ob“…

Platz 2: Godzilla!

Und…

Platz 1: Ein gigantischer Wurm unter Tokyo!

woooorm
(Quelle: ps3blog.de)

…und vor ihm warnt: Ein Frosch!

Im einem Werk vom großartigen japanischen Autor Haruki Murakami Frosch rettet Tokyo“ warnt ein 2 meter großer Frosch einen Beamten vor einem großen Wurm unterhalb von Tokyo. Auszüge:

„Außer uns ist niemand hier, Herr Katagiri. Vielleicht denken Sie auch, ich hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank oder das Ganze wäre nur ein Traum. Aber ich bin nicht verrückt, und Sie träumen auch nicht am helllichten Tag. Die Sache ist vollkommen ernst.“
„Also, Herr Frosch“, begann Katagiri.
„Nur ‚Frosch‘, bitte“, sagte Frosch und hob wieder den Finger.
„Also gut, Frosch“, setzte Katagiri von Neuem an, „nicht, dass ich Ihnen nicht traue. Aber ich begreife die Situation noch immer nicht. Ich weiß nicht, was hier vorgeht. Dürfte ich Ihnen also einige Fragen stellen? Sind Sie ein echter Frosch?“
„Natürlich, das sieht man doch. Keine Metapher, kein Zitat, keine Ableitung, keine Attrappe oder sonst etwas Kompliziertes. Ein Frosch, wie er leibt und lebt. Soll ich mal ein bisschen quaken?“
Frosch wandte den Kopf zur Decke zu und blähte seine Kehle. Quuaaak, quuuaaak …. Sein lautes Quaken ließ die Bilder an der Wand erzittern.
„Schon gut, schon gut“, sagte Katagiri hastig. Die Wände des Apartments waren dünn. „Ich verstehe. Sie sind mit Sicherheit ein echter Frosch.“
„Man könnte sogar sagen, ich bin die Summe aller Frösche, was jedoch nichts an der Tatsache ändert, dass ich ein Frosch bin. Wer behauptet, ich wäre kein Frosch, ist ein schmutziger Lügner. Den würde ich zu Brei hauen.“
Katagiri nickte. Um sich zu beruhigen, griff er nach seiner Tasse und nahm einen Schluck Tee. „Sie sagten, Sie wollen Tokyo vor der Zerstörung bewahren, nicht wahr?“
„Habe ich gesagt.“
„Vor welcher Art von Zerstörung?“
„Erdbeben.“
„Wurm lebt in der Erde. Wenn er wütend wird, löst er Erdbeben aus“, erklärte Frosch. „Und im Moment ist Wurm schrecklich wütend.“

Und Frösche, die vor riesigen Würmern warnen, haben definitiv einen Platz 1 verdient.

%d Bloggern gefällt das: